27.03.2008 Volksstimme-Artikel
B
odo Baron von Schilling, Landesvorsitzender der Buckfast-Imker, zu geplanten Gen-Versuchsfeldern:
Gegen Bienen und Insekten kann man das nicht abschotten

Von Ivar Lüthe

Gegen die Pläne des Anbaus von genmanipulierten Pflanzen in der Börde hat sich jetzt Bodo Baron von Schilling, der Landesvorsitzende der Buckfast-Imker, ausgesprochen. Er befürchtet unter anderem, dass die genmanipulierten Kulturen durch Bienen und Insekten verbreitet werden könnten. Bartensleben. Drei Versuchsfelder für gentechnisch veränderte Pflanzen sollen noch in diesem Jahr im Landkreis entstehen. Das sehen die Pläne verschiedener Firmen vor. Geplant sind ein Zuckerrüben-Versuchsfeld mit einer Größe von 1000 Quadratmetern bei Dreileben, ein 1,2 Hektar großes Versuchsfeld für Genmais sowie ein Schaugarten für gentechnisch veränderte Kartoffel-, Mais- und Weizenpflanzen bei Üplingen.

Diese Pläne rufen den Landesverband Sachsen-Anhalt der Buckfast-Imker auf den Plan. Dessen Vorsitzender, Bodo Baron von Schilling, spricht sich gegen die Vorhaben aus. Er befürchtet unter anderem, dass etwa durch Insekten und Bienen die gentechnisch veränderten Kulturen von den Versuchsfeldern auch in die Umgebung gelangen könnten.

"Gegen vier- und auch, zweibeiniges Wild mögen die Versuchsfelder geschützt werden können. Aber gegen Insekten und Bienen ? Gegen sie kann man diese Versuchsfelder nicht abschotten", sagt der Groß Bartensleber Imker. Er ist strikt dagegen, dass "in einem solchen Ballungsgebiet wie der Börde und auf so gutem Boden" Versuchsfelder angelegt werden.

Wenn schon an gentechnisch veränderten Pflanzen geforscht werden müsse, dann sollte dies in besonders geschützten Gebieten passieren, in denen Landwirtschaft nicht so intensiv betrieben werde, und nicht in einem ländlichen Raum wie der Börde, wo so viele Menschen direkt betroffen sein würden, erklärt Baron von Schilling. In der Landwirtschaft sehe er keine Notwendigkeit für Genforschung: "Was bringt das? Vielleicht zehn Prozent weniger Spritzmittel, und wenn es hoch kommt, vielleicht zehn Prozent Mehrertrag. In der DDR hat man doch bewiesen, dass es auch anders geht. Durch gezielte Bestäubung durch Bienen konnte eine Ertragssteigerung bei Raps bis zu 50 Prozent und bei Obst und Gemüse bis zu 75 Prozent erreicht werden. Die jetzige Entwicklung ist verkehrt ", so die Meinung des Imkers. Zudem werde das Image der ökologischen Landwirtschaft in der Börde durch die Versuchsfelder Schaden nehmen, prophezeit Baron von Schilling.


18.01.2008 Stellungnahme auf Volksstimme-Artikel "Genveränderter Weizen - Freilandversuch in der Börde"

Ohne uns

Als Sprecher des Landesverbands der Buckfastimker Sachsen- Anhalt, sind wir gegen die Freilandversuche mit genveränderten Weizen im Landkreis Börde. Wir Imker zeigen schon seit Jahrhunderten, wie man Zucht und Forschung betreibt. Um reine Linien zu halten oder um neue Eigenschaften zu züchten, gehen wir auf verschiedene Inseln, wo Einflüsse von Außen ausgeschlossen werden können und um die vorhandene Flora und Fauna nicht zu beeinflussen. Die Forschung an genveränderten Getreide müsste auch in Gebieten stattfinden, wo die vorhandene Pflanzenwelt nicht erheblich angegriffen werden könnte und sich nicht unkontrolliert ausbreiten kann. Als Landesverband der Buckfastimker Sachsen-Anhalt werden wir alles tun um den Anbau von genveränderten Weizen zu unterbinden. Vor rechtlichen Schritten gegen die Anbauer schrecken wir nicht zurück. Wir fordern alle Bewohner des Landkreises Börde dazu auf, sich gegen diese geplanten Anbauversuche mit uns zur Wehr zu setzen. Wir sind für eine gesunde Zukunft für unsere Kinder und nicht für die Zukunft einzelner Unternehmer.