Volksstimme Ohrekreis-Ausgabe 13.04.2007 |
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Volksstimme-Serie : Kandidaten für die Landratswahl Baron von Schilling: Kein Spielball sein Von Tom Koch Bodo Baron von Schilling (46) wurde in Ebstorf im niedersächsischen Landkreis Uelzen geboren. Seit 1997 wohnt er in Groß Bartensleben. Baron von Schilling ist verheiratet und hat einen zweijährigen Sohn. Von Beruf ist er Kaufmann, Landwirt und Imker. Am 22. April wird im neuen Bördekreis ein Landrat gewählt. Eine Frau und drei Männer bewerben sich um den Chefsessel in der Kreisverwaltung. Die Volksstimme stellt alle Kandidaten vor, heute Bodo Baron von Schilling. Groß Bartensleben. Es bräuchte nicht den Strohhut, die Kniebundhose und die Fliege über der Weste, um über den 46-Jährigen sagen zu können : " Was für ein Exot. " Als solchen bezeichnet sich Bodo Baron von Schilling im Übrigen selbst. Die Zeit der DDR, der Landwirt aus Groß Bartensleben nennt es, " 40 Jahre Kommunismus ", habe dafür gesorgt, dass Erfahrungen im Umgang mit Adligen fehle. " Als Zugereister, dazu noch als Baron, werde ich wohl nie ein Einheimischer, aber ich fühle mich hier sehr wohl ", beschreibt von Schilling seinen Stand im 350-Seelen-Ort im Südwesten des Ohrekreises. Der Parteilose ist kein unpolitischer Bewerber für das neue Landratsamt, diese Feststellung ist ihm wichtig : " Ich trete also nicht gegen die Landräte Kanngießer und Webel an, weil es das Amt, das ich anstrebe, noch gar nicht gibt. " Zur Biographie des Landwirtes und Imkers gehören seine Engagements bei der Jungen Union und viele Jahre bei den Grünen. Heute sagt er über seine politischen Überzeugungen, bei sozialen Themen fühle er sich der SPD verbunden, zu seiner liberalen Grundeinstellung gehört auch, dass er ökologischen Themen eine große Bedeutung beimisst. Als Einzelbewerber will er dem Wähler signalisieren : " Ich bin an keinerlei Parteivorgaben gebunden. " Wer nicht wolle, dass die Magdeburger Regierungspolitik von CDU und SPD über das Wohl des neuen Bördekreises entscheide, der müsse für einen unabhängigen Kandidaten stimmen, fordert von Schilling. Ohnehin will er seine Bewerbung als Signal verstanden wissen. Als Signal dafür, dass man aus einer Position des vermeintlich Schwächeren etwas bewegen könne. Das habe er bereits erfolgreich bewiesen, als er mit einer anfangs vierköpfigen Bürgerinitiative die Schule in Beendorf vorm Aus gerettet habe. Sollte Bodo Baron von Schilling zum Landrat gewählt werden, so wolle er nicht nach den üblichen 100, erst nach 1000 Tagen eine erste Bilanz vorstellen. Derzeit strittige Themen wie der beste Standort für eine Rettungsleitstelle oder der Sparkassensitz habe dann der Kreistag entschieden, erfolgreiche Gemeinden wie Barleben und Sülzetal wurden nicht zwangsweise von Magdeburg geschluckt, und es ist möglich, die Verwaltung in Flechtingen mit einer Buslinie von Beendorf aus zu erreichen. Auch müsse der Ausverkauf an kommunalem Besitz wie zuletzt beim Haldensleber Krankenhaus gestoppt werden. Nach rund drei Jahren werde aus der Fusion von Börde- und Ohrekreis ein wirtschaftlich so starker Kreis entstanden sein, dass dieser nicht fürchten müsse, zum Spielball der Landespolitik zu werden. Der Einzelkandidat verhehlt auch nicht, dass er sich gut vorstellen könnte, mit Thomas Webel und Burkhard Kanngießer die heutigen Landräte als Stellvertreter an seiner Seite zu wissen. Dass ihm eine " politische Hausmacht " fehle, empfindet er dabei nicht als Nachteil. Vielmehr als Chance, auch jene Wähler ansprechen zu können, die nach einer personellen Alternative zu den Vertretern von etablierten Parteien suchen. Baron von Schilling ist überzeugt : " Nur ein starker Landkreis hat eine Zukunft in Sachsen-Anhalt. " Er sei bereit, sich für diesen Kreis einzusetzen, die Menschen für diesen Kreis zu begeistern. Aus seiner Erfahrung als Imker weiß er nämlich, " nur die starken Bienenvölker können überleben ". als seine Hobbys bezeichnet Bodo Baron von Schilling das Halten von artgeschützten Ziegen, die Bienenzucht und seine beiden Hunde sein Lieblingsgericht ist ein T-Bone-Steak zurzeit liest er neben verschiedenen Tageszeitungen in der Bibel die schlechteste Schulnote hatte er in Chemie, eine 4 als größten sportlichen Erfolg bezeichnet der Liebhaber der Musik der Beatles die Frühjahrsbewirtschaftung von 40 Bienenvölkern an einem einzigen Tag, die ihm 30 Stiche eingebracht habe
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