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Ziegenfleisch und Lammfleisch zählen zu den hochwertigen Fleischsorten. Beide Fleischsorten gelten als besonders fett- und cholesterinarm, wobei Ziegenfleisch in seinem Geschmack dem Wild sehr nahe kommt.
Kontakt: 039050 - 99 851 Die Thüringer Waldziege Die
Thüringer Waldziege entstand vor über 100 Jahren als Kreuzung der
Toggenburger Ziege mit der Thüringer Landziege. Es gibt sie mit Hörnern
und ungehörnt. Thüringer
Waldziegen, einst wegen ihrer guten Milchleistungen und häufigen
Zwillings- und Drillingsgeburten hoch geschätzt, gehören heute zu den
bedrohten Nutztierrassen. In der Roten Liste der Gesellschaft zur
Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen werden sie sogar als
„stark gefährdet“ (Kategorie II) eingestuft. Die
Thüringer Waldziege gilt als besonders robust und widerstandsfähig.
Daher kann sie auch im rauen Klima des Thüringer Waldes bis 1.000 Meter
Höhe, bei hohen Niederschlagsmengen und harten Wintern gehalten werden.
Erwachsene
Tiere erreichen eine Widerristhöhe von 70-85 cm und ein Gewicht
zwischen 40 und 70 kg. Die Milchleistung liegt bei 700-1.500
kg/Jahr, bei durchschnittlich 3,5% Fettgehalt. 10 Ziegen sind eine Großvieheinheit
(= Kuh) und können mehr Milchleistung bringen als diese mit
8.000-12.000 kg/Jahr. Aussehen Die
kurzen, glattanliegenden Haare sind hell- bis schokoladenbraun gefärbt.
Gelegentlich treten auch schwarze Tiere in der Rasse auf. Markant sind
ihre weißen Verfärbungen an Beinen, am Spiegel und am Kopf. Die
markante Gesichtsmaske verleiht den Tieren ein sehr freundliches
Erscheinungsbild. Sowohl die Ziege als auch der Bock können gehörnt
und hornlos vorkommen. Geschichte Ziegenzüchter
aus Thüringen holten gegen Ende des 19. Jahrhunderts Toggenburger
Ziegen aus der Schweiz, um die Milchleistung der eigenen regionalen
Landschläge zu verbessern. Aus den Kreuzungen entwickelte sich mit der
Zeit ein recht einheitlicher Typ, den man 1935 auf Drängen des
Nazi-Regimes in „Thüringer Waldziege“ umbenannte und seitdem als
Rasse anerkannte.
Nutzen für die Natur
Unabdingbar für die Erhaltung von Magerrasen ist die regelmäßige Beweidung. Ziegen halten die Vegetation kurz und verhindern das allmähliche Verbuschen und Zuwachsen der auf Licht und Wärme angewiesenen Flora und Fauna. Die Ziegen halten Büsche und Gehölze kurz, damit auch Orchideen wachsen können. Hilfreich sind sie ferner zur Bewirtschaftung von Streuobstwiesen und Ödlandflächen (wie in der Heide die Heidschnucken). Besonderheiten Die
Thüringer Wald Ziege ist heute die einzige eigenständig gezüchtete
Ziegenrasse Deutschlands. Hochwertiges
und gesundes Fleisch und Milch Die
Thüringer Waldziege weist einen hohen Anteil an konjugierter Linolsäure
auf, für die sowohl eine krebshemmende, als auch fettabbauende und
muskelaufbauende Wirkung nachgewiesen wurde. Bestand 2007 gibt es ca. 800 Tiere in allen Bundesländern. Schwerpunkte sind in Thüringen, Hessen, Sachsen, Westfalen und Niedersachsen. Herdbuch Herdbuchführung
erfolgt durch Landesziegenzuchtverbände, die bundesweite Koordination
durch den Landesverband Thüringer Ziegenzüchter (Erfurt). Züchter
der ausgestellten Tiere |